Internationaler Tag der Muttersprache 

21. Februar 2026

Der 21. Februar ist weltweit der Internationale Tag der Muttersprache. Die UNESCO hat ihn 1999 beschlossen und seit dem Jahr 2000 wird er jährlich begangen. Viele Menschen und Institutionen sprechen heute bewusst auch vom „Tag der Erstsprache“, weil dieser Begriff besser beschreibt, worum es geht: um die erste Sprache, in der ein Mensch denkt, fühlt und die Welt versteht. 

Warum der Tag wichtig ist 

Sprachen sind ein zentraler Teil von Identität, Kultur und Zugehörigkeit. Doch weltweit ist sprachliche Vielfalt bedroht: 

  • 40 % der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu Bildung in einer Sprache, die sie gut verstehen. 
  • Viele Sprachen verschwinden – oft, ohne je dokumentiert worden zu sein. 

Der Tag erinnert daran, wie wichtig es ist, Sprachen zu schützen und Menschen in ihrer Erstsprache zu stärken. Denn wenn Sprachen verloren gehen, verschwinden auch Wissen, Geschichten und Perspektiven. 

Ursprung des Tages 

Der 21. Februar geht auf die Sprachbewegung in Bangladesch zurück. 1952 protestierten Studierende in Dhaka dafür, dass Bengalisch als Amtssprache anerkannt wird. Bei den Demonstrationen kamen mehrere Menschen ums Leben. Seitdem gilt der Tag in Bangladesch als „Tag der Märtyrer“.  Auf Initiative des Landes wurde der 21. Februar später von der UNESCO zum internationalen Gedenktag erklärt. 

Der Tag will dabei aufmerksam machen auf  

  • Mehrsprachigkeit als Stärke: Kinder lernen besser, wenn sie in ihrer Erstsprache unterstützt werden. 
  • Gerechter Zugang zu Bildung: Unterricht in einer verständlichen Sprache verbessert Lernchancen und Teilhabe. 
  • Schutz bedrohter Sprachen 
  • Respekt und Zusammenhalt: Sprachen fördern Verständnis und stärken soziale Beziehungen. 

Der Begriff „Muttersprache“ ist dabei jedoch oft zu eng gefasst – viele Menschen wachsen mit mehreren Sprachen auf oder haben eine andere Erstsprache als ihre Eltern. Deswegen ist es wichtig, auch darauf an diesem Tag aufmerksam zu machen und den Tag inklusiv zu denken.  


Wir begreifen die Sprachenvielfalt als Reichtum und wichtige Resource unserer Stadtteile. In Gröpelingen werden vermutlich weit über 70 Sprachen gesprochen. In der Überseestadt sind ebenfalls zahlreiche Sprachen beheimatet. Sprache fühlt sich nach zu Hause an. Sprache ist Politikum. Das greifen wir in unseren Tätigkeiten daher bewußt auf:

In der Aufsuchenden Bildungsberatung berät unser mehrsprachiges Team zum Thema Qualifizierung und Weiterbildung: https://kultur-vor-ort.com/aufsuchende-bildungsberatung/

Für Menschen aus südöstlichen EU-Staaten bietet unsere Koordinierungsstelle Osteuropa eine umfassende Sozialberatung in verschiedenen Sprachen an und erarbeitet im Netzwerk der Bildungsträger im Land Bremen mehrsprachige Hilfsmittel für die Erstorientierung für Zugewanderte: https://kultur-vor-ort.com/koordinierungsstelle-osteuropa/

Mit unseren Kamishibai-Projekten für Kinder- und Jugendliche bieten wir Sprachanfänger:innen Deutsch die Möglichkeit, sich künstlerisch, darstellerisch mit Sprache auseinanderzusetzen. Dazu haben wir 2025 eine Dokumentation herausgebracht: https://kultur-vor-ort.com/kamishibai-international-doku/

Mit dem internationalen Erzählfestival Feuerspuren zeigen wir, welche integrative Kraft Sprache in internationalen Quartieren haben kann: https://www.feuerspuren.de