Was passiert, wenn mitten auf dem Bürgersteig ein großer Tisch gedeckt wird? In der Schweidnitzer Straße wurde daraus ein Abend mit vielen Gesprächen und neuen Begegnungen.
Die Idee für das neue Format „Hallo Nachbarschaft! Gemeinsam am Tisch“ entstand aus einer aktivierenden Befragung, die Studierende im Frühjahr im Liegnitzquartier durchgeführt hatten. Dabei wurde deutlich, dass sich viele Bewohner:innen mehr Austausch mit ihren Nachbar:innen wünschen. Bei der Vorstellung der Ergebnisse berichteten einige außerdem, dass Themen wie Lärm, Müll oder andere Herausforderungen im Zusammenleben früher häufiger direkt untereinander besprochen wurden. Heute leben viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Alltagstakten im Quartier, sodass es oft an Gelegenheiten fehlt, sich kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Genau hier setzt das gemeinsame Abendbrot an: Es schafft einen unkomplizierten Anlass, Nachbar:innen zu begegnen, Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Am 18. September machte das neue Format erstmals Station in der Schweidnitzer Straße. Gemeinsam mit energiekonsens deckte das Team des Treffs im Liegnitzquartier die Tische mit Fladenbrot, Dips und Maiskolben. Das Mädchen*Zentrum Gröpelingen, vor dessen Türen die Aktion stattfand, ergänzte das Angebot mit einer warmen Bohnensuppe.
Zu Beginn blieb es noch ruhig. Viele Passant:innen waren auf dem Weg nach Hause oder hatten bereits andere Pläne. Nach und nach füllten sich jedoch die Plätze. Die Mädchen aus dem Mädchen*Zentrum setzten sich dazu und schnell entstanden die ersten Gespräche. Im Laufe des Abends kamen weitere Nachbar:innen an den Tisch.
Einige nutzten die Gelegenheit auch, um das Mädchen*Zentrum kennenzulernen. Für manche war es der erste Besuch in der Einrichtung. Besonders gefreut hat sich ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das schon jetzt gespannt auf die Zeit wartet, in der es selbst die Angebote des Mädchen*Zentrums besuchen kann.
Darunter war auch eine junge Familie aus der Nachbarschaft. Nach der Geburt ihres Babys sucht die Mutter nach Möglichkeiten, mehr Menschen im Quartier kennenzulernen und ihr Deutsch im Alltag zu sprechen. Beim gemeinsamen Abendessen kam die Familie mit anderen Nachbar:innen ins Gespräch und erfuhr von Angeboten im Liegnitzquartier, darunter auch vom Liegnitzcafé.
Auch andere Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, um sich auszutauschen, Fragen zu stellen und ihre Sicht auf das Leben im Quartier zu teilen. Dabei wurde deutlich, wie wertvoll solche einfachen Begegnungsmöglichkeiten im Alltag sein können.
Nach dem gelungenen Auftakt wird „Hallo Nachbarschaft! Gemeinsam am Tisch“ in den kommenden Wochen auch in anderen Straßen des Liegnitzquartiers stattfinden. Wir freuen uns auf weitere Gespräche und neue Begegnungen.
Kooperation mit: energiekonsens Bremen
Gefördert von: Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration sowie das Programm Wohnen in Nachbarschaften (WiN)

