Hans-Koschnick-Haus wird endlich rückgebaut

23. Februar 2026

Nach 35 Jahren Leerstand ist ein Abriss der Bauruine in der Geestraße 134 in Sicht. Vor drei Jahren hatten Anwohner:innen, darunter insbesondere Andreas Lieberg eine Initiative gestartet, um endlich zu einer Lösung zu kommen.

Wir berichteten darüber hier: https://kultur-vor-ort.com/die-ruine/ und hier: https://kultur-vor-ort.com/das-koschnick-haus-ein-besonderes-haus-fuer-groepelingen-und-bremen/

Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, Özlem Ünsal, hat der BRESTADT nun den Auftrag erteilt, das Hans Koschnick-Haus in Bremen-Gröpelingen fachgerecht zurückzubauen. Der Kaufvertrag mit dem bisherigen Eigentümer ist laut Pressemitteilung vom 17.02.2026 von der BRESTADT inzwischen geschlossen worden.

Das Hans Koschnick-Haus in der Geeststraße 134 hat über Jahrzehnte das Bild seines Umfelds geprägt. Das Wohn- und Geschäftshaus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und war lange Zeit im Besitz der Familie des früheren Bremer Bürgermeisters Hans Koschnick, der in Gröpelingen aufwuchs und von 1967 bis 1985 Präsident des Senats der Freien Hansestadt war. Sein Wirken für die Stadt und darüber hinaus wurde an vielen Orten gewürdigt, unter anderem durch die Benennung des Airport Bremen Hans Koschnick und des neu gestalteten Bürgermeister-Koschnick-Platzes im Herzen Gröpelingens.

In den vergangenen Jahrzehnten verfiel das Gebäude zunehmend. Nach einem Brand vor mehr als 20 Jahren blieb es leer, Baustopp und fehlende Instandsetzung führten zu erheblichem baulichen Verfall. Die Bausubstanz gilt seit Jahren als unbewohnbar und stellt für Anwohnende und Passant:innen einen städtebaulichen Belastungsfaktor dar.

„Die Entwicklung des ganzen Areals hängt sicher maßgeblich nicht nur von dem ehemaligen Wohnhaus von Hans Koschnick ab. Die Senatorin für Bau bereitet derzeit ein Sanierungsgebiet hier im Liegnitzquartier vor. Sicher kann es dann auch eine Betrachtung des gesamten Gebietes geben. Also nicht nur des Grundstücks des ehemaligen Wohnhauses von Hans Koschnick“ erläutert Christiane Gartner, Geschäftsführerin von Kultur Vor Ort gegenüber Radio Bremen Buten un Binnen vor Ort am 23.02.2026.

Auf Nachfrage zu den möglichen Perspektiven betont Gartner: „Wenn wir aber auf die beiden hier „Anwesenden“ schauen – auf Hans Koschnick, vor dessen Wohnhaus wir stehen und auf Willy Hundertmark, dem der kleine Platz hier vor uns gewidmet ist, kommt man schnell auf eine  Idee, die im Sinne der beiden wäre. Sicher wäre es wünschenswert, wen dort kein Museum, sondern ein  Zentrum für politische Bildung für junge Menschen entstehen könnte – ein Haus für Demokratie und demokratische Bildung. Hans Koschnick und Willi Hundertmark war es immer ein Anliegen Jugendliche über politisch und rassistisch motivierte Verfolgung zu informieren. Was läge näher, als hier in ihrem Sinne ein solches Zentrum aufzubauen.“