Der 8. April ist der Internationale Tag der Roma. Er erinnert an den ersten Weltkongress der Roma 1971 in London, bei dem Vertreter:innen aus ganz Europa zusammenkamen, um die Roma Bewegung wieder ins Leben zu rufen. Seitdem steht der Tag für die Anerkennung der größten ethnischen Minderheit Europas – und für das Recht auf ein Leben ohne Diskriminierung.
Sinti und Roma (m.) / Sintizze und Romnja (w.) ist die kollektive Eigenbezeichnung für die größte ethnische Minderheit in Europa, die zumeist die indoeuropäische Minderheitensprache Romanes sowie eine historisch-geographische Herkunft teilen.
Roma und Sinti leben seit Jahrhunderten in vielen europäischen Ländern. Trotzdem erleben viele von ihnen bis heute Ausgrenzung, Vorurteile oder unsichere Lebensbedingungen. Organisationen wie das Roma Center weisen darauf hin, dass viele Familien in Europa noch immer keinen sicheren Zugang zu Bildung, Arbeit oder Wohnraum haben.
Der Tag ist aber auch ein Zeichen der Stärke. Er würdigt die Kultur, Sprache und Geschichte der Roma und Sinti – und die vielen Menschen, die sich für Anerkennung und Gleichberechtigung einsetzen. In vielen Städten finden Veranstaltungen, Gespräche oder kulturelle Aktionen statt, die zeigen, wie vielfältig und lebendig die Gemeinschaft ist.
Der Internationale Tag der Roma lädt dazu ein, hinzuschauen und zuzuhören. Er erinnert daran, dass Respekt und gleiche Rechte die Grundlage für ein gutes Zusammenleben sind – im Stadtteil, in Deutschland und in Europa.
„Der lange Weg der Sinti und Roma“
Anlässlich dieses Tages möchten wir euch auf eine interessante Dokumentation in der ARD-Mediathek aufmerksam machen: „Der lange Weg der Sinti und Roma“ von Adrian Oeser. An dem beeindruckenden Archivmaterial und in den Interviews wird deutlich, wie sehr der Antiziganismus bis in die heutige Zeit reicht.
Der Link zum Film: https://www.ardmediathek.de/video/dokus-und-reportagen/der-lange-weg-der-sinti-und-roma
„Abgeschoben. Ausgrenzung und Perspektiven von Roma. Deutschland – Serbien -EU“
Die Doku+ Recherchegruppe aus Bremen hat 2025 erneut ein Buch über Rom:nja in Deutschland und Serbien herausgegeben, in dem eindrücklich über die Perspektiven von Rom:nja und die Folgen der Ausgrenzungen und Abschiebungen berichtet wird. Neben den Berichten verweist das Buch mit zahlreichen QR-Codes auf weiterführende Materialien und (Selbst-)Organisationen, die sich gegen die Diskriminierung von Rom:nja einsetzen.
Unter der ISBN 978-3-943643-33-6210 ist das Buch im deutschen Buchhandel erhältlich oder direkt bei der Recherchegruppe: http://dokuplus.org
Europa ist ohne Rom:nja nicht denkbar.
Auch in den Gröpelinger Nachbarschaften leiden Rom:nja unter Anfeindungen. Viele geben sich daher aus Angst vor rassistischen Zuschreibungen nicht als solche zu erkennen. Dies führt oft gerade bei den Kindern zu Traumatisierungen.
Wir wünschen uns eine solidarische Gesellschaft, in der Rom:nja offen leben können ohne Angst vor Stigmatisierung oder Diskriminierung!
Dich interessiert das Thema? Weitere Infos findest du zum Beispiel auf der Webseite des Roma Center e.V.: https://roma-center.de/

