Spielstraße im Liegnitzquartier: Straßen voller Leben

10. Juli 2026

Kinderlachen, Kreidebilder auf dem Asphalt, Fahrräder, Roller und jede Menge Begegnungen – die Spielstraße im Liegnitzquartier ist auch 2026 wieder ein voller Erfolg.

Seit dem Start im April haben bereits 289 Menschen an der Spielstraße teilgenommen, darunter 191 Kinder. Damit hat sich das Angebot längst zu einem festen Termin im Quartier entwickelt. Woche für Woche zeigt sich: Wenn Kinder Platz bekommen, profitieren alle davon.

Mehr als Spielen

Die Spielstraße ist längst mehr als eine gesperrte Straße mit Spielmaterialien. Sie ist ein Ort, an dem Kinder Neues lernen, Familien zusammenkommen und Nachbar:innen miteinander ins Gespräch kommen.

Ein besonders schönes Beispiel ist Malik. Während der Spielstraße hat er Fahrradfahren gelernt. Seine Mutter Fatma erzählte, dass ihr als Kind das Fahrradfahren von ihrem Bruder verboten wurde. Erst als Erwachsene hat sie es gelernt. Umso stolzer war sie nun, ihren Sohn dabei zu begleiten, wie er diese Erfahrung ganz selbstverständlich machen konnte.

Solche Geschichten entstehen hier immer wieder.

Wo Nachbarschaft passiert

Das Besondere an der Spielstraße ist ihre Offenheit. Niemand muss sich anmelden oder einen bestimmten Grund haben, vorbeizukommen. Wer vorbeiläuft, bleibt oft stehen.

Manchmal entstehen daraus ganz unerwartete Momente: Während einer Spielstraße falteten ein Praktikant und eine Ehrenamtliche Flyer für eine kommende Veranstaltung. Nach und nach blieben mehrere Nachbar:innen stehen und halfen einfach mit. Ohne große Absprachen. Einfach, weil es sich richtig anfühlte.

Genau das macht die Atmosphäre aus.

Ein Zahnfest gegen den Regen

Ein Highlight der Saison war das erste Zahnfest im Liegnitzquartier, das gemeinsam mit LIGA e. V., dem Gesundheitsamt, LAJB und den Gesundheitsfachkräften organisiert wurde.

Pünktlich um 16 Uhr begann es allerdings in Strömen zu regnen. Kurzzeitig stand sogar die Frage im Raum, ob das Fest abgebrochen werden muss. Doch Aufgeben war keine Option: Gemeinsam wurden alle Stationen in die Innenräume des Treffs verlegt.

Dort wurde es eng, laut und ziemlich nass – aber die Stimmung blieb großartig. Die Kinder sammelten fleißig ihre Stempel, putzten einem Krokodil die Zähne, lösten Quizfragen und ließen ihre Zähne untersuchen.

Am Ende konnten trotz Dauerregen 44 Kinder zahnärztlich untersucht werden – ein starkes Ergebnis.

Und als der Regen schließlich nachließ, wurde sogar noch der Bewegungsparcours draußen aufgebaut.

Die Königin des Regentages

Unvergessen bleibt die kleine Malyik. Während alle nach trockenen Ecken suchten, drehte sie unbeeindruckt ihre Runden auf dem Dreirad – mitten durch den Sommerregen.

Ein Bild, das perfekt zeigt, worum es bei der Spielstraße geht: Freude, Freiheit und Kinder, die ihren öffentlichen Raum erobern.

Die Spielstraße gehört inzwischen zum Quartier

Natürlich läuft nicht immer alles nach Plan. Im Frühjahr musste wegen einer Baustelle zeitweise auf den Liegnitzplatz ausgewichen werden. Aktuell ist nun wiederum der Liegnitzplatz gesperrt.

Trotzdem zeigt sich immer wieder, wie gut die Spielstraße im Quartier verankert ist. Die Anwohner:innen werden regelmäßig informiert, viele kennen die Termine inzwischen bereits und auch mit Autofahrer:innen lassen sich unkompliziert Lösungen finden.

Die Spielstraße wird mitgetragen – von Familien, Nachbar:innen, Ehrenamtlichen und Kooperationspartner:innen.

Ein Ort, der gebraucht wird

Wenn wir auf die vergangenen Monate zurückblicken, wird eines deutlich: Die Spielstraße ist kein kurzfristiges Projekt. Sie ist ein lebendiger Treffpunkt, ein Bewegungsraum für Kinder und ein Ort, an dem Nachbarschaft entsteht.

Oder anders gesagt:

Aus einer gesperrten Straße ist ein Stück Quartier geworden.

Gefördert von: Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung aus dem Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“, die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration und das Programm Wohnen in Nachbarschaften (WiN)