Mit dem gläsernen Truck durch Bremen

9. Juni 2026

„Da ist er!“ – das dachten wir gestern ungefähr bei jedem LKW, der um die Ecke bog. Seit 14:45 Uhr standen wir bereits gespannt bereit und warteten auf den gläsernen Truck von „Bremen Connect“. Kurz nach 15 Uhr war es dann endlich soweit: Der Truck bog um die Ecke und wir wurden herzlich von Lichtgrenze Bremen e. V. und Radio Bremen begrüßt.

Mit 23 Erwachsenen und 6 Kindern aus Gröpelingen starteten wir zu einer ganz besonderen Fahrt unter dem Motto „Viele Stadtteile. Ein Bremen.“. Gemeinsam unterwegs waren der Treff im Liegnitzquartier und der Kunstkiosk – und genau das hat man auch gespürt. Schon beim Warten entstanden Gespräche, unterwegs wurde gemeinsam gestaunt und auch die Nachbarschaft hat die Gelegenheit genutzt, sich zu connecten und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das Projekt ist eine Kooperation des Theaterkollektivs Rimini, Lichtgrenze Bremen e. V. und des Focke-Museums und möchte Begegnungen zwischen den Stadtteilen schaffen und neue Perspektiven auf Bremen ermöglichen.

Im Truck wurde es überraschend still. Alle waren fasziniert davon, quer im LKW zu sitzen und Bremen aus dieser ungewohnten Perspektive zu erleben. Plötzlich sah selbst die Lindenhofstraße ganz anders aus.

Besonders schön waren die Reaktionen der Menschen draußen: Erst ein irritierter Blick, dann die Erkenntnis, dass dort tatsächlich eine ganze Gruppe Menschen im Truck sitzt – und sofort wurde gelächelt und gewunken. Diese kleinen Begegnungen unterwegs haben die Fahrt besonders gemacht.

Während der Tour konnten wir Beobachtungen zu den verschiedenen Stadtteilen notieren. Ziel war die Neue Vahr. Dort parkte der Truck direkt an der Berliner Freiheit und wir besuchten gemeinsam den Info Point. Tagsüber gibt es dort Beratung, abends wird kreativ gearbeitet.

Die Kinder konnten kleine Taschen bemalen, während die Erwachsenen bei Tee und Kuchen miteinander klönten und sich austauschten. Auf der Rückfahrt wartete dann noch eine kreative Aufgabe auf uns: Alle suchten sich eine Farbe aus und fotografierten diese aus dem fahrenden Truck heraus mit dem Handy. Die Bilder werden später gesammelt und veröffentlicht.

Um 18 Uhr kamen wir wieder in Gröpelingen an – voller Eindrücke, glücklich, aber auch ziemlich erschöpft von diesem intensiven Nachmittag.

Besonders spannend war für viele von uns die Erkenntnis, wie viele Gemeinsamkeiten Gröpelingen und die Neue Vahr haben. Gleichzeitig wirkt die Vahr mit ihren vielen Grünflächen und den hohen Häusern doch ganz anders. Genau darum ging es bei „Bremen Connect“: Bremen mit neuen Augen zu sehen.